Thema: [erledigt] Fotomanipulationen bei Reportagefotografie

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Forum: Politik und Gesellschaft
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  1. #1

    Daumen runter [erledigt] Fotomanipulationen bei Reportagefotografie

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    Hallo liebe PP'ler,

    seit geraumer Zeit wird in einschlägigen Zeitschriften wie zb. c't und GEO über Fotomanipulation diskutiert.

    Wann ist eine Fotomanipulation ok? Ab wann ist etwas Manipulation? Sollte es vorgeschrieben sein eine Manipulation auszuweisen?

    Auf Seiten wie PhotoshopDisasters geht es eher um das Verändern des menschlichen Körpers von Stars und Sternchen. Was man an der Stelle nur müde belächelt und sich ab und an drüber amüsiert, wird weniger amüsant wenn es um politische Berichterstattung geht. Bildmanipulation ist bei weitem nicht nur ein "Problem" der Bildzeitung, sondern durchaus "Gang und Gäbe".

    Auch ist es kein Phänomen des digitalen Zeitalters. Wurden Fotografien ursprünglich bearbeitet um einen künstlerischen Anspruch zu verwirklichen, so wurden diese Techniken schnell von den Reportagefotografen übernommen um Bildern eine neue oder andere Aussage zu geben.

    Als Bespiel sei hier dieses Bild gezeigt, welches viele sicher aus dem Geschichtsunterricht kennen:



    Quelle: Bildmanipulationen

    Aktueller wirds bei diesen Bildern:

    Quelle: Bildmanipulationen

    Dort zeigt sich, dass nicht nur ein nachträgliches Eingreifen in ein Foto zu einer verfälschten Aussage führen kann, sondern auch schon die Wahl des Bildausschnittes bei Aufnahme des Motivs.

    Weitere Beispiele findet ihr hier: Bildmanipulationen

    Wie kann man als "Verbraucher" erkennen ob es sich um ein Orginal, oder eine verfälschte Aufnahme handelt? Ist es zu rechtfertigen dokumentarische Aufnahmen derart zu Verfremden um eine bestimmte Aussage gezielt zu unterstützen oder gar eine neue Aussage zu erschaffen?

    Wie ernst kann man Fotografien in den Nachrichten noch nehmen?

    Das betrifft, wie oben erwähnt, nicht nur die Klatschblätter wie BILD bei denen man von Willkür ausgehen kann. Auch seriöse Zeitschriften drucken derartige Bilder ab, im besten Glauben Orginalfotos vorliegen zu haben. Das dem nicht immer so ist zeigt Brian Walski ein Fotograf der Los Angeles Times, der auch schon zum Photographer of the year gewählt wurde, indem er ein manipuliertes Foto verkaufte. Es sah so halt spannender aus:

    Orginalfoto 1:


    Orginalfoto 2:


    verkaufte Manipulation:

    Quelle

    Was meint ihr zu der Thematik?

  2. #2

    Standard

    Das gab's schon immer. Auch vor der Digitalen Fotografie. Da immer mehr fotografiert wird und es dank digitaler Nachbearbeitung immer leichter fällt Bilder zu manipulieren, hat und wird es definitiv eine Zunahme geben.

    Aber, das gleiche gilt doch für Rhetorik im Grunde auch. Wenn man nicht genau zuhört, nachhakt bzw. recherchiert und selbstständig nachdenkt können Aussagen und Reden von beispielsweise Politikern oder Journalisten genauso irreführend sein wie manipulierte Fotografien.

  3. #3

    Standard

    Fotomanupulation der art finde ich, überschreitet die grenze. Fotographiert ist eine vllt harmlose Situation, dargestellt und publiziert aber wird (bloße) gewalt.

    Man ist mittlerweile ja so auf die medien fixiert, dass man eben nichts anderes als authentizität erwartet. entpuppt sich aber doch wieder oft als verdrehte Wahrheit.

  4. #4

    Standard

    Sensationsfotografie ausschliesslich, irgendwie muss man es ja interessant machen für Leser!
    Ich gebe eh nicht viel auf sollche Bilder, man muss grade in politischen Sachen, beide Seiten hören und versuchen selbst eine Meinung zu entwicken.

  5. #5

    Standard

    bei reiner tatsachendarstellung (nachrichten) hat manipulation wenig bzw. nichts zu suchen, finde ich... wenn's um kunst & co geht, dann bitteschön so viel, wie mann oder frau will. wenn ein sternchen hautunreinheiten im gesicht wegretuschiert bekommt, ist das noch eher zu verkraften (auch wenn ich eine art "mut zur hackfresse auch in der schönen sternchenwelt"-bewegung toll fände. dann wird nämlich aus der vermeintlichen hackfresse plötzlich ein stinknormales gesicht und das ist doch toll, wenn man sich als ottonormalmensch plötzlich nicht mehr abartig hässlich fühlen muss ), als oben gezeigte bilder, die geschichte verfälschen und falsche aussagen übermitteln.

  6. #6

    Standard

    ich will ja nicht den großen orwell-kasper animieren, aber irgendwie erinnert mich das schon an 84... nicht weil wir plötzlich ach so getäuscht würden von den medien. sondern einfach weil es noch nie so einfach erkennbar war, wer die geschichte schreibt. das fängt bei der sensation an und hört im geschichtsbuch auf.

  7. #7

    Standard

    das denk ich mir allerdings bei jeder doku über irgendeinen bekannten, bereits verstorbenen menschen, wenn sogenannte experten immer genau wissen, was sich der in genau jenem moment gedacht haben muss, als er dingsbums getan oder gewasauchimmert hat.

    alles idioten! und die wahrheit hat sicher anders ausgesehen... man muss sich ja nur mal umschauen... wieviel in der gegenwart (direkt in der nachbarschaft!) eigentlich so interpretiert und dann für wahr genommen wird.

  8. #8

    Standard

    Aber genau das tust du auch mizue. Das tut jeder Mensch. Ohne Interpretation, Auslegung, ich behaupte, so eine Art "eingebauter Bewusstseinstrübung", könnten wir als Menschen nie funktionieren.

    Wir würden doch an der Realität zerbrechen.

    Was dann zählt ist die Intention und die Beweggründe. Und dann wird's erst recht kompliziert.

  9. #9

    Standard

    joa klar... da hast du vollkommen recht. das tut jeder... interpretieren. aus diesem grund fühle ich mich dann wohl auch genervt, weil diese "experten" doch nichts anderes tun, als zu interpretieren... (wenn es z.b. um jemanden geht, der schon länger als 500 jahre tot ist - die belege für x, y oder z also sehr spärlich sind und viel interpretation nötig ist, um überhaupt zu einer zusammenhängenden geschichte zu kommen) es aber als tatsache(n) darstellen. und das ist dann wohl auch eine art manipulation... ob nun gewollt oder nicht gewollt... das ist eine andere sache.

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