Thema: Wie wird die Erbschaftssteuer berechnet?

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Forum: Gesetz und Recht
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  1. #1

    Standard Wie wird die Erbschaftssteuer berechnet?

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    Hallo,

    meine Mutter ist letztes Jahr verstorben, Sie vererbt uns 2 Immobilien sowie andere Sachgüter (Schmuck, Auto, Möbel) aber kein Geldvermögen. Das Erbe wird auf meine 2 Schwestern und mich aufgeteielt.
    Jetzt meine Frage: Wie wird die Erbschaftssteuer bei Immobilien und Sachgütern berechnet?
    Ich weiß, dass das Thema sehr speziell ist aber vielleicht kann mir ja jemand von euch weiterhelfen.

    Danke.

  2. #2

    Standard

    Hey,
    bei Immobilien wird ein Gutachten mit einem Schätzwert gemacht (Schätzwert = Geldwert) und auf diesen wird dann die Erbschaftsteuer berechnet.
    Bei Sachgütern wird der Geldwert entsprechend dem Verkehrswert der Sachgüter am Todetag berechnet und davon dann wieder die Erbschaftsteuer. Aber am Besten kann dir das ein Anwalt für Erbrecht erklären. z.B.: Rechtsanwalt Steuerrecht München Steuerhinterziehung Steuerstrafrecht*

  3. #3
    Tay

    Standard

    Ein Anwalt wird dir zur Steuer wenig sagen können, sofern das nicht sein zusätzliches Fachgebiet ist - was allerdings bei den wenigstens der Fall ist. Der typische Jurist hat in seiner Ausbildung eher wenig mit der Materie zu tun, da das Steuerrecht doch recht speziell ist. Hierfür ist ein Steuerberater der richtige Ansprechpartner.

    Bei Grundstücken kommt es zunächst auf die Art des Grundstücks an (EFH, Mietwohngrundstück, Geschäftsgrundstück etc.) Je nach Grundstücksart ist im Gesetz ein Bewertungsfahren vorgeschrieben :
    - Vergleichswertverfahren (Preis eines vergleichbaren Grundstücks)
    - Sachwertverfahren (Immobilienwert richtet sich nach den Herstellungs-/ Wiederbeschaffungskosten)
    - Ertragswertverfahren (Wert richtet sich nach den Reinerträgen, also der erzielbaren Jahresmiete)
    Bei allen drei Verfahren wird der Bodenwert getrennt vom Gebäudewert ermittelt. Der Bodenwert ermittelt sich aus der Grundstücksfläche x Bodenrichtwert (Wert pro qm unbebaute Fläche - das Finanzamt führ Listen hierzu).
    Ein Gutachten brauchst du nur, wenn der nach diesen Verfahren errechnete Wert über dem tatsächlichen Verkehrswert liegt, also dem was fremde Dritte in der Regel tatsächlich bereit wären dafür zu zahlen. Je nach Lage des Grundstücks kommst du mit den gesetzlichen Verfahren schon recht gut weg und ein Gutachten ist nur Zeit- und Geldverschwendung. Daher rate ich dir einen Steuerberater zu suchen, der den Wert mal ermittelt, diesen mit den gängigen Immobilienpreisen gleicher Lage in der Umgebung zu vergleichen und nur bei krassen Abweichungen wirklich ein Gutachten anzustreben, denn diese sind verdammt teuer, d.h. man sollte stets abwägen ob die Gutachterkosten auch tatächlich die evtl. Wenigersteuer durch den Nachweis des niedrigeren Werts nicht übersteigen.

    Sachgüter werden wie schon erläutert mit dem Verkehrswert angesetzt.

    Der Steuersatz richtet sich nach der Steuerklasse (abhängig vom Verwandtschaftsgrad, hier I) und deiner sog. Bereicherung. Das ist das Vermögen das du erbst abzüglich Nachlassverbindlichkeiten und Freibeträgen.

  4. #4

    Standard

    Was ich dir generell empfehlen kan,n ist dich in einem Steuerhilfeverein anzumelden. Dort bekommt man sehr kostengünstig die Steuererklärung geregelt und kann sich zusätzlich bei solchen Fragen beraten lassen. Mir wurde letztens beim Lohnsteuerverein Berlin Steuereule sehr geholfen als ich äußerst unzufrieden mit meinem Steuerbescheid war. Zusammen wurden dann Erfolgsaussichten einer Klage besprochen und abgewogen.
    Nur bei selbsständiger Tätigkeit ist das keine Option.



  5. #5
    Tay

    Standard

    Das ist aber bei der Ebschaftsteuer keine Option, denn er ist hier gar nicht befugt Hilfeleistung zu geben. Der Lohnsteuerhilfeverein darf nur eingeschränkt im Rahmen der Einkommensteuer unterstützen.

  6. #6

    Standard

    Ich hatte mich da auch immer schwergetan, genau den richtigen Ansprechpartner für solche Situationen zu finden. Steuern sind generell ein schwieriges Thema, erst dann wenn es auch noch um sowas wie Erbschaftssteuer geht, ist man vollends aufgeschmissen. Habe mich an Steuerberaterguide: Einfach zu einem kompetenten Berater gewendet und einfach meine Postleitzahl angegeben. Wurde dann an einen zuständigen Berater weitergeleitet, der mir bei der Prüfung eines Steuerbescheids helfen konnte. Generell findest du da aber zu allen Steuerthemen schnell Unterstützung, neulich hat sich mein Bruder zu Immobiliensteuern dort eine Beratung vermitteln lassen. Denke das sollte erstmal helfen!

  7. #7
    Tay

    Standard

    Wenn man erstmal persönliche Daten preisgeben muss, um sich einen Berater vermitteln zu lassen, dann kann man sich nur die Finger verbrennen.

    Für den richtigen Steuerberater ist die richtige Vertrauensbasis Grundvoraussetzung, da diese/r Einblick in das Vermögen und die Finanzen anderer Leute erhält. Ob die chemie stimmt und wem man bereit ist dieses Vertrauen zu schenken, kann und sollte jeder für sich selbst ausschließlich in einem persönlichen Gespräch herausfinden. Darüber hinaus kann ein Berater noch so kompetent sein. Wenn er jedoch nicht fähig ist sein komplexes Wissen auch einem Laien rüberzubringen, dann ist er die falsche Person. Schließlich ist er auch "nur" ein Dienstleister, d.h. die Unterschrift und die Verantwortung für dessen Arbeiten trägt noch immer der Auftraggeber selbst. Und dann sollte man schon wissen, was man da eigentlich unterzeichnet.

    Mit etwas Glück erfährst du beim Finanzamt welche Berater einen guten Ruf haben. Diese dürfen selbst eigentlich keine Empfehlung aussprechen, wenn du Ihnen jedoch ein paar Namen aus dem Telefonbuch präsentierst, dann gibt der eine oder andere dir schon dezente Hinweise, wer dort nicht so gut angesehen ist.

    Ansonsten gelbe Seiten schnappen, durchblättern und einfach mal wo reinschnuppern oder Freunde / Bekannte nach Erfahrungen fragen. Und wenn einem der erste aus welchen Gründen auch immer nicht zusagt, dann einfach woanders vorbeischauen bis der Funke überspringt. Der größte Fehler ist sich dem erstbesten an den Hals zu werfen, wenn dieser einem von vornherein unsympathisch erscheint. Wenn der Mandant nicht das nötige Vertrauen hat, wird er seinen Berater auch immer wesentliche Dinge verschweigen, die eventuell für die Arbeit von Bedeutung sind. Ergo ist dann eine vernünftige Beratung auch nicht möglich.

  8. #8

    Standard

    Zitat Zitat von Tay Beitrag anzeigen
    Wenn man erstmal persönliche Daten preisgeben muss, um sich einen Berater vermitteln zu lassen, dann kann man sich nur die Finger verbrennen.
    In dem Fall ging es nur um die Postleitzahl und eine Übersicht über aktive Berater. Daran sehe ich wenig persönliches.

  9. #9
    Tay

    Standard

    Und nach der ersten Seite werden Name, Telefon und E-Mail abgefragt. Bei gewerblichen Anfragen zusätzlich auch noch der Name der Firma. Anschließend bekommt man keine Liste möglicher Anbieter, sondern soll direkt Angebote von in Frage kommenden Beratern erhalten. Da stellt sich mir doch zugleich die Frage wie soll ein qualifiziertes Angebot erstellt werden, wenn man vorher nur lapidar angeben kann man sucht jemand für Steuererklärung, Buchhaltung, Jahresabschluss, Lohn etc. ohne überhaupt Kenntnis über den genauen Umfang dieser Arbeiten zu haben. Rentnerin Erna ist wohl schneller vom Tisch als Hans Meier mit 20 Mietobjekten. Und die oben genannten Aufgaben sind Standard jeder Kanzlei. Wenn ich dann für jedes Extra, was von der Norm abweicht nochmal tiefer in die Tasche greifen muss, weil das nicht explizit im Angebot aufgeführt ist, hab ich später sicher meine Freude daran.

    Dann werden nur zahlende Auftraggeber vermittelt, d.h. die Berater müssen sich dort erst gegen Entgelt listen lassen. Ich weiß nicht wie weit gestreut die Datenbank ist, aber wenn jemand in einer Kleinstadt mangels Angebot statt an einen Berater und direkten Ansprechpartner vor Ort irgendwo an den ADW vermittelt wird, ist das aus meiner Sicht wenig Gewinn bringend. Denn wenns mal wirklich brennt, will ich sichergehen, dass mein Berater jederzeit zügig vor Ort sein kann um einzugreifen.

    Zudem finde ich es auffällig, dass ich bislang kein einziges Profil finden konnte, das keine 5 Sterne-Lobeshymne-Bewertung aufweist.

    Ich würde meinen Berater zumindest nicht aufgrund wildfremder Bewertungen wie ein schlichtes paar Schuhe im Internet bestellen. Aber die Tatsache dass es überhaupt eine solche Seite gibt, zeigt schon dass die Leute nicht mehr fähig sind einfach mal den Telefonhörer rum zu nehmen und sich selbst eine Meinung zu bilden.

  10. #10

    Standard

    Hey!

    Zum Glück hatte ich bisher in meiner Familie noch keinen direkten Todesfall, so dass ich selbst damit auch noch gar keine Erfahrungen gesammelt habe.

    Allerdings gibt es im Internet sogenannte Online Rechner, wo du dir mit ein paar Angaben einen ziemlich genauen Wert berechnen kannst, wie es um die Erbschaftssteuer in eurem Fall stehen würde.

    Liebe Grüße

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