moin
aus meiner Erinnerung weiß ich, als ich ca. 15 Jahre alt war, hatte ich in der Schule bei einer Vertretungslehrerin älteren Jahrgangs ein "anstößiges" Bild gemalt, von einem Mann und einer Frau in einer Sexualstellung (mit Bleistift auf DINA4). Damit hatte ich nicht versucht Lehrer zu karikieren - Übereinstimmungen mit Personen waren nicht gewollt und auch nicht ersichtlich.
die damalige Lehrerin nahm daran anstoß und bezeichnete mein Bild als "pornographisch", worauf hin meine Mutter in die Schule geladen worden ist zu einem Gespräch mit meiner Klassenlehrerin. Damals hatte ich das Gefühl etwas gemacht zu haben was sich "nicht gehört" - zumal das Bild nicht in die Thematik des bearbeiteten Stoffes gepasst hat, sondern meiner freien Kreativität entsprungen ist.
Darüber hinaus habe ich im Nachhinein die Sache reflektiert und bin zu dem Ergebnis gekommen, mein Bild zwar die Thematik verfehlt hat, jedoch nicht im moralischen Sinne (als eine Tat eines 15 jährigen) belangt werden kann!
Weiterhin stellt sich eine Diskrepanz heraus - aus dem Umgang mit dem Thema Sexualität in der Schule und dem damaligen Umgang mit dem Thema in den bekannten Jugendzeitschriften z.b. "Bravo und Dr. Sommerteam" ect...
Einige Schüler hatten bestimmte Themen aus der Bravo in hinsicht sexualität und Beziehung aufgegriffen und sich mit den Lehrern unterhalten - was allerdings, laut meiner Erinnerung auf einer anderen Schule und auch 1-2 jahre später stattfand.
Insofern stelle ich die These auf, dass wenn Sexualität und eine Diskussion über das Thema, gerade unter Jugendlichen zum Tabuthema wird, dass gerade dann eine falsche Einstellung der Jugendlichen zum Thema Sexualität erreicht wird und letzendlich ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität bei den Jugendlichen erzeugt werden kann.
Ende der 90 Jahre d.h. 1996-1998 hatte ich den Eindruck, dass in der Bravo Themen wie Sexualität frei thematisiert wurden und darüber hinaus Abbildungen von "nackten" Jugendlichen bei Dr Sommerteam gezeigt worden sind, was sozusagen ein Bedürfnis nach Aufklärung unter den Jugendlichen deckte. Dieses Bedürfnis nach "Diskussion" wurde meiner Ansicht nach in der Schule kaum aufgegriffen - ich hatte den Eindruck dass der Alters und Generationsunterschied der Schüler, Schülerrinnen und den Lehrern eine Hemmschwelle war für klärung offener Fragen bei den Jugendlichen - nicht nur zum Thema Sexualität sondern Thema Liebe und Beziehung.
Insofern ist die Aufklärungsarbeit entweder den Jugendmagazinen, den Medien oder an den Eltern "hängen" geblieben.
Um die Schule nicht ganz schlecht stehen zu lassen, erinnere ich mich an ein sog. Aufklärungsseminar von der Bundeszentrale für Gesund. Aufklärung, als eine Frau auf unsere Schule gekommen ist und in den Klassen die Jugendlichen Aufgeklärt hat, und sich schließlich den Fragen der Mädchen, getrennt von den Jungs gestellt hat. Das war auch das einzige Mal an welches ich mich erinnere, dass auf das Bedürfnis nach Information unter den Jugendlichen seitens der Schule eingegangen worden ist.
Da nun einige Jahre vergangen sind, Frage ich mich tatsächlich - ob der Umgang mit dem Thema - in den Medien und in der Schule für die Jugendlichen sich verändern hat, und das Thema an sich generell freier und enttauisiert geworden ist. Darüber hinaus muss die Frage gestellt werden, wie "offen" das Thema behandelt werden sollte und ob zu viel "offenheit" der Entwicklung der Jugendlichen letzendlich schaden könnte.


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