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Blog über diverse Dinge

Gutes an der Rede und Missbrauch der Rede

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von am 21.04.2017 um 09:13 (33 Hits)
      
   
Genau um so was mal festzuhalten, ein paar eigene Gedanken zu ordnen und das dann immer wieder aufrufen zu können ist so ein Bloggen wie hier sinnvoll. Tagebuchmäßig halt, nur dass man theoretisch auch mit anderen in den Dialog treten kann.

Was meine ich mit "so was"?

Gerade kämpfe ich mich durch ein sehr intelligentes Buch. Es heißt "Europäisches Sprachedenken von Platon bis Wittgenstein" und ist von so einem superschlauen Dude namens Jürgen Trabant geschriebn. (Professor für romanische Sprachwisenschaften Berlin)

Also da drin ist ne Menge Stuff, der fast meinen Hirnschmalz zum schmelzen bringt (und das Vokabular in dem Buch ist abgefahrn!), aber hey, diese "jugend von heute" interessiert sich doch NICHT nur für Netflixen, Chillaxen, Tindern, Vögeln und Selfies, Leute. Es geht die ganze Zeit um Sprache und wie man im Laufe der Zeit in unserem schönen Abendland darüber nachgedahct hat. Na ja, genug der Vorrede.

Fest steht, da drinnen stecken Zitate, die einfach total inspirierend sind. Und ein besonders krasses hat mich vorgestern besonders zum äh Sinnieren angeregt.

Und los!

Die Rede ist, was den Menschen vom Tier unterscheidet, sie macht seine humanitas aus, und diese zeigt sic im wesentlichen im con-loqui, im MIteinander-Sprechen, und im Ausdrücken unserer Gedanken. Die Sprache ist – und das ist das Wichtigste – der Kitt der Gesellschaft und der Zivilisation und folglich auch der Gesetze und des Rechts.
Bam! Das hat mich geflasht! Der Satz steht in einem Kapitel über Cicero, den großen römischen Redner. Ich habe mich nur eine Frage gestellt: Wird hier nicht nur eine Seite der Medaille besprochen? Hier wird Sprache als "Kitt" charakterisiert. Und das stimmt natürlich. Srpache kann verbinden und mit Sprache kann man Wertschätzung gegenüber einem andern ausdrücken. Aber genau diesselbe Sprache, die uns eben dem Tier überlegen (oder sowas) macht, nutzen wir sie nicht auch für das Brechen der Gesetze und für UNrecht? Und ist sie nicht genauso gut geeignet dafür, einen Keil zwischen Menschen zu treiben, um Distanz aufzubauen und auszudrücken und zu halten (wenn man will)?

Außerdem bringen uns die Sprachen oft nix, wir MISSverstehen uns einander ja trotzdem viel zu oft. Oder, oder? Als ich das so überlegte, ist mir aufgefallen, dass in diesem Satz, der vermeintlich nur auf die Sprache bezogen ist, noch viel mehr steckt, nämlich eine Aussagen über die Menshcne insgesamt. Für die gilt doch immmer genau dasselbe:

wir bilden Gesellschaften, Freundschaften, Cliquen, Gangs, Communities
wir legen Rechte, Pflichten, Gesetze fest die das Leben vernüfntig regeln sollen
wir sprechen ständig von sowas wie Freiheit, Fairness, Brüderlichkeit, Liebe und denken uns aus, was das alles heißen soll

... aber dann handeln wir genauso oft dem entgegen und tun genau das GEGENTEIL von den hochgehaltenen Werten. Warum eigentlich? Zur Hölle? Und warum bin ich da manchmal nicht besser...?

Nur mal ein paar Fragen zum drüber nachdenken...

PS:
Und noch was, was mich zum nachdenken bringt: das Trabant Buch hat bei Amazon nur eine Bewertung obwohls das schon seit 2006 gibt. Bin ich voll elitär wenn ich sowas lese oder wie??? Geil!
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